Ausgangslage
Ein Umzug in eine neue Gemeinde ist oftmals eine mühselige und anstrengende Angelegenheit. Nebst dem Entrümpeln, dem Putzen und der Verlagerung des eigenen Hab und Guts an einen neuen Ort stehen auch zahlreiche administrative Aufgaben an. Sind diese anfänglichen Anstrengungen erst einmal erledigt, folgt eine längere Phase des Eingewöhnens am neuen Wohnort.
In dieser Phase geht es nicht nur darum, sich räumlich zurechtzufinden, sondern auch darum, neue Kontakte zu knüpfen, lokale Angebote kennenzulernen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur neuen Gemeinde zu entwickeln. Gerade in grösseren Gemeinden oder bei einem Umzug an einen Ort ohne bestehende soziale Netzwerke kann dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen.
Viele Gemeinden bieten heute niederschwellige Möglichkeiten, um Neuzuzüger*innen in dieser Phase zu unterstützen und ihre Integration in die lokale Gemeinschaft zu fördern.
- Kriens führt einmal jährlich einen Begrüssungsabend für alle Neuzuzüger*innen durch (siehe: Kriens stellt sich vor – Begrüssungsabend für Neuzugezogene – Stadt Kriens)
- Die Stadt Luzern hat 2025 ein “Welcome Desk” eröffnet, welches an zwei Nachmittagen pro Woche mit einer Ansprechperson besetzt ist. Im Rahmen dieses Pilotprojektes, welches bis 2027 läuft, werden Neuzuzüger*innen Informationen angeboten, an verschiedene Stellen und interkulturelle Treffs vermittelt und Gutscheine für Deutschkurse ausgegeben (siehe: Luzern eröffnet Welcome Desk für Neuzuzüger | Nau.ch). Zudem führt die Stadt mehrmals pro Jahr Willkommensanlässe durch, bspw. Stadtführungen mit Apéro oder Bibliotheksführungen und Morgenessen für Familien (siehe: Welcome Desk Stadt Luzern | Willkommensfeiern)
- Die Gemeinde Büron kombinierte in der Vergangenheit Neuzuzüger*innen-Anlass und Jungbürger*innenfeier zu einem gemeinsamen Netzwerkanlass (siehe: Neuzuzüger und Jungbürger begrüsst)
- Die Gemeinde Baar lädt seit rund 25 Jahren jährlich zu einem Neuzuzügeranlass ein. Nach einer mehrsprachigen Begrüssung durch den Gemeindepräsidenten erkunden die Teilnehmenden in Gruppen auf einem Stadtrundgang die wichtigsten Orte und Angebote der Gemeinde. Beim anschliessenden Apéro stellen sich Gemeinderat, Verwaltung sowie lokale Institutionen und Vereine vor (siehe: Baar – meine neue Heimat – Baarer Zytig)
In Emmen gibt es derzeit keine ähnlichen Angebote. In einigen Quartieren werden solche Anlässe durch die Quartiervereine durchgeführt. Jedoch nicht immer und nicht überall.1 Emmen hat zwar Instrumente zur Information und Integration (bspw. die Webseite www.zuhause.emmen.ch), aber keinen institutionalisierten, sichtbaren „Willkommensmoment“, wie ihn viele vergleichbare Gemeinden bereits kennen.
Wir sind der Meinung, dass der Begrüssungsprozess von neuen Bewohner*innen in Emmen ausbaufähig ist und in Zukunft zentral von der Gemeinde geregelt werden soll.
Forderung
Entsprechend fordern wir vom Gemeinderat die Einführung eines regelmässigen (bspw. jährlichen), physischen Willkommensanlasses für Neuzuzüger*innen zu prüfen.
Begründung
Eine aktive Begrüssungskultur kann im Eingewöhnungsprozess in einer neuen Gemeinde einen wichtigen Beitrag leisten. Sie erleichtert die Orientierung, stärkt die Identifikation mit dem neuen Wohnort und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ein zentraler Begrüssungsanlass bietet zudem die Chance, die Quartiervereine aktiv einzubinden: Sie erhalten eine Plattform, um sich den Neuzuzüger*innen vorzustellen, während die Gemeinde eine einheitliche Information aller Teilnehmenden sicherstellt. Ein solcher Anlass bietet Neuzuzüger*innen zudem die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, die Angebote der Emmer Vereine kennenzulernen und sich so von Beginn an ein persönliches Netzwerk am neuen Wohnort aufzubauen.
Jonas Ineichen